Wolf-Dieter Narr (13.03.1937 - 12.10.2019)
Der kritische Denker mit dem großen Herzen
Ein Nachruf von Uta von Winterfeld
On-line gesetzt am 14. Oktober 2019
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Wolf-Dieter Narr. hat stets zum Ziel gehabt, dass Auschwitz nicht mehr möglich ist. Geprägt von einer Kindheit im Nationalsozialismus hat er sich der kritischen Theorie und besonders Theodor W. Adorno verbunden gefühlt.Wolf-Dieter Narr ist ein scharfer und mitunter auch erbarmungsloser Kritiker gewesen. Er hat sich kein X des Sachzwangs für ein U des Interesses vormachen lassen. Er ist den Phänomenen nicht auf den Leim gegangen und hat beharrlich nach den Bedingungen und Strukturen gefragt. Von der „Wirklichkeit“ hat er sich nur insofern beeindrucken lassen, als dass sie geworden und daher veränderbar und in jedem Fall kritisierenswert ist. Sein Sprechen und Schreiben sind einem ebenso anklagenden wie aufklärenden Impetus gefolgt. Bei aller scharfen Analyse und sprachgewaltig eigensinnigen Kritik hatte Wolf-Dieter Narr ein großes Herz und war durch und durch Humanist. Auf den Menschen kam ihm alles an. Dass er werden, wachsen und ein sinnerfülltes Wesen sein kann. Er war besonders bei den „Schwachen“, bei den Gefangenen, den Entrechteten, den Hilfsbedürftigen. Und er war bei vielen Studierenden, bei vielen Doktorand*innen und Habilitand*innen,um ihre Wachstumsringe zu fördern und ihre Entwicklung zu begleiten.Wir vermissen ihn sehr. Sowieso und gerade jetzt.


Zum Tode von Prof. Wolf-Dieter Narr

http://www.grundrechtekomitee.de/node/1000

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